EGIZ - Grundwasserkarte

- Methode zur Integration fachübergreifender Datenquellen in ein wasserwirtschaftliches Informationssystem als Planungshilfe für die kommunale Verwaltung in der Euregio Rhein-Waal -

Zusammenfassung

Im Rahmen der verschiedenen EGIZ-Teilprojekte ist für das Euregiogebiet eine umfangreiche digitale Sammlung von Geodaten und -produkten zu den Themen Hydrogeologie, Landnutzung, Geomorphologie und Lithologie entstanden. Es wurde eine Methodik entwickelt, um aus diesen Daten weitere Informationen für die Siedlungswasserwirtschaft abzuleiten.

Um wasserwirtschaftliche Informationssysteme aufzubauen, bedarf es der Sammlung und Interpretation dieser Daten. Die Arbeiten haben gezeigt, dass für den niederländischen und den deutschen Teil der Euregio Rhein-Waal eine gute Datengrundlage besteht. Die Methodik kann für jede Kommune angewendet werden.

EGIZ-Daten Duisburg – Wageningen

Als euregionales Beispiel wurden von ENVIDAT für die Stadtgebiete von Duisburg und Wageningen die Daten und Produkte der verschiedenen EGIZ-Teilprojekte in ArcView GIS gesammelt und visualisiert. Grundlegende Daten zur Bodenbeschaffenheit und zur Topographie wurden freundlicherweise von Geologischem Dienst Nordrhein-Westfalen (GD NRW) und Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen (LVermA NRW) zur Verfügung gestellt. Durch Kombination der Daten untereinander, weitergehende Analysen und durch die Zuhilfenahme statistischer Kennwerte konnten neue Informationen zum Wasserhaushalt abgeleitet werden. Dem Städteplaner wird somit u.a. eine flächenspezifische Bilanzierung des jährlichen Wasserhaushalts ermöglicht. Wichtige Basisinformationen wie Geländerelief, Bodenaufbau, Verdunstungsrate (Evapotranspiration), Flächenversiegelung, ober- und unterirdisches Abflussverhalten und Grundwasserneubildung sind in Sekundenschnelle abrufbar.

Als konkretes Anwendungsbeispiel für die kommunale Wasserwirtschaft wurde ein konzeptuelles Informationssystem zum Thema Niederschlagswasserversickerung für den Duisburger Stadtteil Walsum aufgebaut.

Niederschlagswasserversickerung in Duisburg-Walsum

Zur umfassenden Darstellung des Themas „Niederschlagswasserversickerung“ in Duisburg-Walsum wurden neben den EGIZ-Daten auch Daten zusammengetragen, die an verschieden Stellen innerhalb der Duisburger Stadtverwaltung gehalten werden. Hierdurch entstand für die Stadt Transparenz über Art, Umfang und Ablageort relevanter Daten. Tabellarische Daten wurden aufbereitet und in einheitliche Datenbankformate (MS-Access) überführt, weitere analoge Daten digitalisiert. Die Stadt Duisburg setzt das SICAD Geoinformationssystem ein. Alle EGIZ-Daten basieren hingegen auf ArcView GIS. Für den Austausch dieser Formate wurde ein bidirektionaler Konverter verwendet.

Von der Stadt wurden ergänzende Daten zu Flächenversiegelung, Niederschlagsmenge, Grundwasserständen sowie Infiltrationsmengen vorhandener Versickerungsanlagen zur Verfügung gestellt. Karten zu Altlasten, Trinkwasserschutzgebieten und Überschwemmungsgebieten liefern Auskunftsmöglichkeiten über Gefährdungspotentiale der Wasserqualität.

Anwendungsmöglichkeiten

Zum Thema Niederschlagswasserversickerung stehen dem Planungsverantwortlichen „Auf Knopfdruck“ Informationen zu folgenden Themen zur Verfügung:

  • Bewertung von Bürgeranträgen auf Niederschlagswasserversickerung im Sinne der Gebührengerechtigkeit
  • Einflüsse von Versickerung, Bergsenkung und Flächenversiegelung auf den Grundwasserspiegel
  • Bilanzierung der Grundwasserneubildungsrate aus Angaben zur Menge der Niederschläge, Versickerung, Verdunstung und der Grundwasserentnahmen eines Volumenelements
  • Verhalten und Menge des oberirdischen Abflusses, als spezifische Kenngröße für die Kanalnetzplanung
  • Grundwasserflurabstand und Durchlässigkeit der Deckschichten

Grundwasserinformationssystem Duisburg Ansicht vergrößern

Abbildung: Bilanzierung des Wasserhaushaltes im GIS

Weitere Informationen zum Einsatz von GIS in der Siedlungswasserwirtschaft erhalten Sie hier.

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